Übersicht | Technik

ABS – Antiblockiersystem

Blockiert ein Vorderrad beim Bremsen, ist das Auto nicht mehr lenkbar, blockiert ein Hinterrad, so bricht das Auto aus, weil die Hinterräder keine Seitenführungskräfte mehr übertragen können. Das dient nicht dazu, den Bremsweg zu verkürzen, und diese Aufgabe kann es auch nicht übernehmen. Ein kürzerer Bremsweg als ohne ABS ist nicht machbar, weil der Reifen nur begrenzt Haftung auf der Straße hat und die Haftung durch ABS nicht erhöht wird.

ABS funktioniert folgendermaßen: An jedem Rad befindet sich ein Drehzahlsensor, der feststellt, wann ein Rad zu blockieren droht. Der Bremsdruck für die Bremse dieses Rades wird über eine Hydraulikeinheit verringert, bis die Blockierneigung aufhört. Dann wird der Bremsdruck wieder erhöht, damit kein Bremsweg verschenkt wird. Anschließend tritt wieder der Raddrehzahl-Sensor in Aktion, der bei Blockierneigung den Druck über ein hydraulisches Stellventil verringert. Dieser Regelvorgang findet mehrfach jede Sekunde statt, deshalb pulsiert auch das Bremspedal des Wagens. Davon sollte man sich nicht erschrecken lassen, das Pulsieren ist nur ein Zeichen dafür, dass das ABS arbeitet. Durch diese Abfolge wird erreicht, dass der Wagen auch bei starkem Bremsen lenkfähig bleibt: Einem Hindernis kann trotz Tritt auf die Bremse ausgewichen werden.

Zweikanalsysteme, die heute weniger Verwendung finden, regeln eine Vorderradbremse und das zugehörige gegenüberliegende Hinterrad.

Heute ist Drei- oder Vierkanal-ABS üblich: Die von vier Raddrehzahl-Sensoren erfassten Messwerte werden zur Regelung der Bremskraft an drei Bremskreisen (beide Vorderräder und die Hinterachse) oder an allen vier Rädern verwendet. Beim Dreikanalsystem bestimmt das Hinterrad mit der größeren Blockierneigung die Höhe des Bremsdrucks (Select-Low-Prinzip).


Zurück

 

Anti-Blockier-System
Modernes ABS mit vier Sensoren