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Antrieb

Abhängig von der Lage des Motors und der Anordnung der Antriebsräder unterscheidet man zwischen fünf Antriebstypen:
Frontantrieb
Heckantrieb (Frontmotor mit Hinterradantrieb)
Allradantrieb
Zuschaltbarer Allradantrieb
Heckmotorantrieb

Sie unterscheiden sich in der Art der Kraftübertragung, die in den folgenden Kapiteln dargestellt wird:

Frontantrieb
Vorderradangetriebene Fahrzeuge haben das gleiche Antriebsprinzip wie Heckangetriebene, jedoch sind einzelne Baukomponenten anders angeordnet. Im quer eingebauten Motor kann das Getriebe zwar direkt hinter dem Motor sitzen, die Kraft wird jedoch wie üblich über die Kupplung zum Getriebe in der üblichen Reihenfolge angebracht. Sowohl beim Längs- als auch beim Quermotor wird die Kraft vom Getriebe zum Differential weitergeleitet. Beim Quermotor befindet sich das Differential mit dem Getriebe in einem Gehäuse, beim längs eingebauten Motor hingegen zwischen Motor und Getriebe.

Die Kraftübertragung vom Differential zu den Rädern erfolgt durch kurze Gelenkwellen. Um gleichzeitig das Einfedern und die Lenkbewegungen der Räder zu ermöglichen, sind die Gelenkwellen mit hochentwickelten Gleichlaufgelenken versehen, in denen Stahlkugeln in besonderen Kurvenbahnen die Kraft ruckfrei übertragen.

Heckantrieb (Frontmotor mit Hinterradantrieb)                                                                       
Bei vorne liegendem Motor und Hinterradantrieb wird die Kraft des Motors über Kupplung, Getriebe und zusätzlicher Kardanwelle auf die Hinterradachse übertragen.

Die Kardanwelle hat an jedem Ende zwei Kardangelenke. Manchmal gibt es auch zwei kurze Kardanwellen mit entsprechendem Zwischenlager und Schiebestück.
Die Gelenke der Kardanwelle ermöglichen, dass sich die Hinterradachse auf und ab bewegen kann. Da sich dabei der Abstand zwischen Getriebe und Hinterachse ständig ändert, ist ein Längenausgleich notwendig.

Der letzte Teil der Kraftübertragung erfolgt über die Hinterradachse, in deren Mitte das Differential sitzt, das drei Funktionen hat: Erstens wird die Antriebsrichtung der Kardanwelle um 90° auf die Seitenwellen umgelenkt. Zweitens ermöglicht das Differential, dass sich das kurvenäußere Rad schneller dreht als das kurveninnere. Drittens sorgt die Differentialübersetzung dafür, dass die Fahrgeschwindigkeit mit Getriebe und Motor abgestimmt bleibt.

Das Antriebskegelrad des Differentials, das von der Kardanwelle direkt angetrieben wird, hat eine Schrägverzahnung. Das Tellerrad ist häufig um das Verhältnis 4:1 größer als das Antriebskegelrad. Es dreht sich deshalb viel langsamer als die Kardanwelle.

Am Differentialausgang ist auf jeder Seite der Halbwelle ein schrägverzahntes Hinterachswellenrad angebracht, die gemeinsam mit Ausgleichskegelrädern als das eigentliche Differential funktionieren. Liegen zwischen Reifen und Fahrbahn unterschiedliche Reibverhältnisse vor, so wird mehr Kraft auf das leichtgängigere Rad übertragen: Es kann zum einseitigen Durchdrehen des Reifens mit dem geringeren Kraftschluss kommen. Es gibt deshalb meist als Option eine zusätzliche Sperreinrichtung (Sperrdifferential), die den ungewollten Kraftausgleich bei unterschiedlichen Reibverhältnissen verhindert.

Allradantrieb
Bei den bisher beschriebenen Antriebsarten werden immer nur zwei Räder angetrieben, entweder die der Vorder- oder die der Hinterradachse. Dabei kommt es beispielsweise auf glatter Straße, im Sand oder auf einer nassen Wiese vor, dass die Antriebsräder, unterstützt von der Differentialwirkung, durchdrehen. Deshalb wurden Allradantriebe entwickelt. Da man hierfür schwere Bauteile verwenden musste, war die Technik kaum auf den Pkw zu übertragen. Erst mit wesentlich leichteren Konzepten zog der Allradantrieb auch im Pkw-Bau ein.

Um Einflüsse des Allradantriebs auf eine Antiblockiereinrichtung oder Schlupfregelung auszuschließen, ist die      mechanische oder elektronische Verknüpfung der Bauelemente notwendig. Bei hochentwickelten Allradkonzepten wird sogar der Winkel des Lenkeinschlages von einem Rechengerät erfasst, um möglichst jeden Fahrfehler zu vermeiden. Solche Techniken verteuern Fahrzeuge erheblich, so dass es elektronisch gesteuerte Allradantriebe mit Antiblockiereinrichtung und Schlupfregelung nur in der Spitzenklasse gibt.

Permanenter Allradantrieb
Fahrzeuge mit permanentem Antrieb verfügen über den üblichen Antriebsmotor mit Kupplung und Getriebe. Das normale Schaltgetriebe wird durch ein Verteilergetriebe ergänzt. Von hier aus überträgt je eine Kardanwelle die Antriebskräfte zur Vorderachse und zur Hinterachse, wo wie beim Standardantrieb ein Differential die Kraft auf jeweils eine rechte und eine linke Gelenkwelle zu den Antriebsrädern leitet.

Damit es nicht zu Verspannungen im Antriebsstrang kommt, gibt es häufig im Verteilergetriebe ein Mittendifferential, damit sich Vorder- und Hinterradachse mit unterschiedlichen Drehzahlen drehen können.

Für Sondereinsätze, etwa bei Wettbewerbsfahrten oder auf glatter Straße, lassen sich je nach Fahrzeugausrüstung das Mittendifferential sowie das Differential der Vorder- bzw. Hinterachse sperren. Im Wageninneren befinden sich entsprechende Schalter bzw. Schalthebel. Ungeachtet der eingelegten Differentialsperre bleibt der Allradantrieb permanent eingeschaltet.

Zuschaltbarer Allradantrieb
Manche Fahrzeughersteller gehen davon aus, dass man den Allradantrieb auf normaler Straße nicht braucht. Deshalb besitzen bestimmte Fahrzeuge einen zuschaltbaren Allradantrieb.

Hinter Motor, Kupplung und Schaltgetriebe sitzt ein zusätzliches abschaltbares Verteilergetriebe. Falls also das Basisfahrzeug einen Vorderachsantrieb besitzt, wird es im Normalfall ausschließlich über die Vorderachse angetrieben.

Beim Viskoantrieb schaltet sich die Allradtechnik automatisch ein. Für die Kraftübertragung sorgt eine gallertartige Flüssigkeit, die sich bei Drehzahlunterschieden schlagartig versteift. Die Viskokupplung ist besonders für leichte und mittelschwere Pkws geeignet.

Da ein Allradantrieb durch die vielen sich zusätzlich drehenden Teile einen höheren Kraftstoffbedarf bewirkt, sollte man ihn nur bei unsicheren Straßenverhältnissen einsetzen.

Heckmotorantrieb
Einige Fahrzeuge, z. B. der VW Käfer und kleine Fiat-Modelle, aber auch der Sportwagen Porsche 911, haben den Motor und den Antrieb im Heck.

Die Kraft wird durch die Kupplung zum Getriebe und zu den Antriebsrädern über Gelenkwellen übertragen. Die Ausführung ist ähnlich wie bei frontangetriebenen Fahrzeugen. Allerdings müssen die Gelenkwellen keine Lenkbewegung ausführen.

Manchmal sind die Achsrohre auch direkt an das Getriebe angeflanscht. Die Kraft wird von einer innenliegenden Welle mit einem Gelenk an der Getriebeseite übertragen.

Die Antriebswellen haben gelegentlich Gummi-Metall-Kupplungen, die eine elastische Kraftübertragung auf die Räder ermöglichen.


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