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Eine pfiffige Idee krempelt die
Diesel-Einspritztechnik um: Common Rail, eine gemeinsame
Kraftstoff-Hochdruckleitung für alle Zylinder. Bisher hatte jeder Zylinder
seine eigene Leitung.
Für jeden Zylinder getrennt und bei jedem Arbeitsgang von neuem musste die
Einspritzpumpe bisher mit einem Nocken den Einspritzdruck erzeugen. Auch der
Einspritzzeitpunkt war von der Nockeneinstellung abhängig.
Das Common-Rail-System kommt mit einer Hochdruckpumpe aus, die einen konstanten
Druck für alle Zylindern bereitstellt. Der Clou aber ist ein etwa 30
Kubikzentimeter fassendes Rohr, in dem der Kraftstoff - wie die Luft in einer
Luftpumpe - zusammengedrückt wird. Durch seine Kompressibilität wirkt der
Kraftstoff wie ein Druckspeicher. Die Pumpe drückt den Treibstoff mit einem
Druck bis zu 1350 bar in diese gemeinsame Leitung (Common-Rail). Von dort
verzweigen Leitungen zu den Einspritzdüsen.
Der Druck auf der gemeinsamen Leitung kann zu jeder Drehzahl und Last frei
geregelt werden. Sensoren messen die Drehzahl an der Nocken- und Kurbelwelle
sowie den Druck an der Rail und schicken die Messdaten an das Steuergerät. Ein
Druckregelventil stellt den Druck in der Rail präzise ein. Den optimalen
Zusammenhang zwischen Drehzahl, Last und Druck haben die Motorenentwickler in
aufwendigen Motorversuchen getestet und dem Steuergerät einprogrammiert.
Das eigentliche Herzstück des gesamten Systems ist ein Magnetventil in jeder
Einspritzdüse, das in Bruchteilen einer Millisekunde die Düse öffnet und
schließt. Das erlaubt, den Spritzbeginn und die Einspritzmenge selbst bei hohem
Druck hochgenau zu steuern.
Die Vorteile gegenüber den herkömmlichen Einspritzsystemen: Ein hoher
Einspritzdruck kann auch bei
niedrigen Drehzahlen zur Verfügung gestellt werden und ist nicht erst, wie bei den
herkömmlichen nockenbetriebenen Systemen, bei hohen Drehzahlen verfügbar. Durch die kurze Schaltzeit des Magnetventils ist
eine Piloteinspritzung möglich. Das heißt: Knapp vor der Haupteinspritzung öffnet die Düse kurz und drückt einen
Spritzer Kraftstoff weniger als in einen Stecknadelkopf passt - in den Brennraum. Dadurch startet die folgende
Haupteinspritzung weicher und dämpft
das Geräusch des verbrauchsgünstigen Direkteinspritzers auf das Niveau eines
Vorkammermotors. Außerdem ist
der Temperaturanstieg bei der Verbrennung nicht so hoch. Das wiederum bedeutet
weniger umweltschädliche Stickoxide.
Karl-Heinz Hoffmann, Projektleiter Common Rail bei Mercedes-Benz, bringt die
Vorteile auf den Punkt:
Je größer der Einspritzdruck, desto kleiner sind die Einspritztröpfchen, um so besser
verbrennt das
aufbereitete Kraftstoff-Gemisch.
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Diesel-Einspritztechnik: das Common-Rail-System

Das Common-Rail-System im Detail
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