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Fachleute sagen dem Dieselmotor eine
strahlende Zukunft voraus. Grund für ihren Optimismus ist unter anderem die
Entwicklung der letzten zehn Jahre. Lag der Diesel-Pkw-Anteil vor zehn Jahren
noch bei 14 Prozent, so hat er sich bis heute auf 27 Prozent nahezu verdoppelt.
Ein Grund für die rasante Diesel-Entwicklung ist die Weiterentwicklung der
Dieseltechnik. Einen wesentlichen Meilenstein auf diesem Weg stellt die
Diesel-Direkteinspritzung dar. Beim Dieselmotor wird flüssiger Kraftstoff in
den Motor eingespritzt und dann stark verdichtet, so dass es zur Selbstzündung
kommt. Durch die Verbrennung des Kraftstoffs kommt es zu weiterer
Drucksteigerung im Zylinder.
In der Diesel-Entwicklung entstanden zunächst Nebenkammermotoren. Diese
Dieselmotoren verwenden Mischkammern, um trotz des niedrigen Einspritzdrucks
eine gute Durchmischung von Kraftstoff und angesaugter Luft zu erhalten, wie sie
für hohe Drehzahlen und wettbewerbsfähige Motorleistungen nötig ist. Der
Wirkungsgrad der Nebenkammermotoren ist jedoch niedrig, weil die Strömung der
Luft in die Kammer hinein, und das Ausblasen der heißen Gase aus der Kammer
heraus mit Strömungsverlusten, Wärmeverlusten über die Motorwand und mit
verzögertem Brennen verbunden ist.
Bei der direkten Einspritzung treten solche Verluste nicht auf. Der damit
erzeugte Verbrauchsvorteil wird auf 15 bis 20 Prozent geschätzt. Voraussetzung
ist allerdings ein hoher Einspritzdruck, um eine gute Durchmischung zu erhalten.
In der Mitte der siebziger Jahre begann die Entwicklung mit etwa 700 bar, ab
1985 gab es einen starken Aufschwung und heute liegen die maximalen
Einspritzdrücke beim DI-Motor bereits bei 2100 bar.
Solche Drücke erreicht man mit dem Pumpe-Düse-System, dem System mit dem
höchsten Druckpotential von allen Pkw-Systemen. Das Pumpe-Düse-System ist ein
magnetventilgesteuertes Einzelzylindersystem. Pumpe und Düse sind in einem
Modul untergebracht, das deshalb mit nur wenigen hochdruckführenden Teilen
auskommt. Pro Zylinder wird eine Pumpe-Düse-Einheit eingesetzt, so dass sich
dieses System für beliebige Zylinderzahlen eignet. Das Pumpe-Düse-System
kann den hohen Druck deshalb gut aufbauen, weil dieser auf sehr engem Raum
erzeugt wird und der verdichtete Kraftstoff nicht über eine Rohrleitung zum
Zylinder geschickt werden muss. Das Pumpen-Element sitzt unmittelbar über der Einspritzdüse im Zylinderkopf.
Das Pumpe-Düse-System ermöglicht eine Voreinspritzung. Diese wird über eine
mechanisch-hydraulische Einheit im Düsenbereich gesteuert. Die Einspritzperiode
beginnt mit dem Schließen des Magnetventils. Es erfolgt die Voreinspritzung
durch Bewegung der Düsennadel. Gleichzeitig wird ein Speicherkolben im
Speicherkörper mit Druck beaufschlagt.
Sobald diese Druckkraft höher als die Vorspannkraft der Düsenfeder ist, bewegt
sich der Speicherkolben und gibt Volumen frei. Dadurch wird der Druck im
Hochdruckraum schlagartig abgesenkt. Die Düsennadel schließt sehr schnell und
beendet die Voreinspritzung. Die Haupteinspritzung beginnt mit dem Erreichen des
nun erhöhten Öffnungsdrucks an der Düse. Die Einspritzperiode endet mit dem Öffnen des
Magnetventils.
Das Pumpe-Düse-System hat einen dreieckförmigen Einspritzverlauf und eine
abgesetzte Voreinspritzung. Dieser Einspritzverlauf kommt den Forderungen der
Motorenentwickler entgegen.
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Querschnitt durch den Dieselmotor-Zylinder
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