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ACC – Active Cruise Control

Aktive Geschwindigkeitsregelung

Kurz vor der Serienreife steht mit der Aktiven Geschwindigkeitsregelung ein Assistenzsystem, das den Fahrer vor allem auf Autobahnen und Schnellstraßen entlastet: Als Erweiterung der bekannten Geschwindigkeitsregelung Cruise Control unterstützt das System den Fahrer vor allem bei der Einhaltung situationsgerechter Abstände und Geschwindigkeiten. Wer den richtigen Abstand hält und weniger bremsen muss, fährt entspannter in und mit der automobilen Nachbarschaft. Vor allem, wenn der Verkehr dicht und das Tempo eher wechselhaft ist.

Wesentliches Element der Aktiven Geschwindigkeitsregelung ist ein Radar-Sensor in der Fahrzeugfront, der den Abstand, die Querposition und die Relativgeschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeuges misst. Er ist dazu bis zu einer Entfernung von ca. 120 Meter bei einem Sichtbereich von +/- 5 Grad in der Lage. Ist die Relativgeschwindigkeit - für das Folgefahren idealerweise - Null, fahren beide Wagen mit identischem Tempo. Ermittelt das System Unterschiede, gibt es Signale zum Gasgeben oder Bremsen.

Die Aktive Geschwindigkeitsregelung erkennt freie Fahrt
ACC macht aus der klassischen Cruise Control ein intelligentes System: Bei freier Spur wird die vorgewählte Geschwindigkeit wie bei der Cruise Control eingeregelt. Dazu gibt der Fahrer über die Tasten im Multifunktionslenkrad eine situativ angemessene Geschwindigkeitsvorwahl ein, wobei durch Tippen der “+” und “-” Tasten eine schnelle Verstellung der Wunschgeschwindigkeit im 10-km/h-Raster erfolgen kann. Diese Wunschgeschwindigkeit wird im Tachometer angezeigt.

Ist jedoch vorausfahrender Verkehr vorhanden, der langsamer als die Wunschgeschwindigkeit des Fahrers ist, nimmt das System Gas weg oder verzögert so, dass ein der Situation angepasster Abstand zum vorausfahrenden Wagen aufgebaut wird. Das eigene Fahrzeug fährt dann mit der Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs. Der Abstand in Meter bestimmt sich dabei etwa so, dass ein fester zeitlicher Abstand in Sekunden zwischen den Fahrzeugen eingehalten wird. Er richtet sich nach der Faustformel halber Tacho-Wert in Metern, gleichbedeutend mit einem zeitlichen Abstand von rund 1,8 Sekunden. Darüber hinaus erhält der Fahrer die Möglichkeit aus weiteren Zeit-Abständen zu wählen, allerdings nicht in einem gesetzlich unzulässigen und mit Bußgeld belegten Bereich. Die Aktive Geschwindigkeitsregelung unterstützt den Fahrer damit auch im Vermeiden bußgeldpflichtiger Abstände.

Da das System ständig die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Wagens ermittelt, kann es viel früher und feinfühliger als der Mensch auf Abstandsänderungen reagieren. Der Effekt ist ein deutlich verbesserter Fahrkomfort mit sanfterer Beschleunigung und Verzögerung, der vor allem im Kolonnenverkehr entspannteres Fahren erlaubt.

Systemsicherheit durch Vergleich von Radar- und DSC-Signalen
Um auf das genau richtige vorausfahrende Fahrzeug reagieren zu können, muss das System erkennen, ob sich langsamere Fahrzeuge in derselben oder einer anderen Spur bewegen. Auf Autobahnen, Schnellstraßen sowie gut ausgebauten Landstraßen ist dies sehr gut auf Basis des Drehraten-Signals der Dynamischen Stabilitäts Control möglich, das eine Kurvenfahrt des eigenen Wagens meldet. Ebenso werden Messungen des Radar-Sensors herangezogen, der Richtungsänderungen der vorausfahrenden Fahrzeuge detektiert. Um auch noch so unwahrscheinlichen Fehlinterpretationen das Risiko zu nehmen, ist die Stärke des Bremseneingriffs auf ein komfortables Maß begrenzt und der Fahrer kann jederzeit durch Gasgeben oder zusätzliches Bremsen das System nach seinen Vorstellungen übersteuern.

Weniger Abstandsfehler mit ACC
Wie gut ACC den Fahrer unterstützt, wurde in verschiedenen Simulationen und Feldversuchen untersucht. Messungen, bei denen es etwa einen angemessenen Abstand zum Vordermann einzuhalten galt, ergaben deutlich weniger Abstandsfehler von Fahrern mit Unterstützung von ACC als ohne Fahrerassistenz. Das System orientiert sich an der Faustformel “Tacho Halbe” für den Abstand, was vom Fahrer aber auch verändert werden kann. Mit ACC wurden fast immer größere Abstände gefahren als ohne. Damit steigt indirekt auch die Sicherheitsreserve. Und die Test-Fahrer akzeptieren ACC mit überzeugender Mehrheit.

Maximale Sicherheit ist selbstverständlich auch beim ACC oberstes Gebot: Auf keinen Fall darf ein Assistenz-System die Aktive Sicherheit auch nur im geringsten beeinträchtigen. Alle Komponenten überwachen sich deshalb permanent selbst. Für den unwahrscheinlichen Fall eines Systemdefekts wird der Fahrer darüber informiert und das System abgeschaltet.

Trotz aller technischen Perfektion gilt aber ganz besonders: ACC kann und will den Fahrer nicht von seiner Verantwortung für das Fahren entbinden. Der Fahrer allein bleibt weiterhin für die Sicherheit der Fahrt verantwortlich. ACC bietet ihm mehr Komfort, Entlastung und mehr Zeit, sich dem Verkehrsgeschehen zu widmen; in kritischen Fahrsituationen muss jedoch weiterhin immer der Fahrer durch Bremsen die Verantwortung übernehmen.



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Funktionsweise des Fahrerassistenz-Systems