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ADAC Fährentest 2000: Nur vier von 26 Fähren mangelhaft

Griechenland-Verbindungen haben sich verbessert

München, 29. Mai 2000 –
Das Ergebnis des diesjährigen ADAC-Fährentests ist das beste seit Beginn dieser Untersuchungen im Jahr 1996. Von 26 getesteten sogenannten Roll-on-Roll-off-Passagierschiffen mussten lediglich vier mit mangelhaft bewertet werden. Elf Fährschiffe erreichten ein 'ausreichend', sieben ein 'gut' und vier konnten mit ‚sehr gut‘ beurteilt werden. Von den vier schlechtesten Schiffen verkehren drei in nordwesteuropäischen Gewässern und eines im Mittelmeer zwischen dem italienischen Festland (Piombino) und Portoferraio auf Elba.

In der Ostsee sowie im östlichen Mittelmeer erreichten die untersuchten Passagierfähren durchweg gute Noten. Insbesondere bei den griechischen Schiffen konnten die im Auftrag des ADAC testenden nautischen Sachverständigen eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren feststellen. "Ganz offensichtlich“, so ADAC-Vizepräsident für Touristik Max Stich "haben die Schiffseigner aus der negativen Berichterstattung die Konsequenzen gezogen und ihre Schiffe konsequent verbessert.“ Auch eine Fähre, die sich im letzten Jahr noch ein 'mangelhaft' einhandelte, die zwischen Bonifacio auf Korsika und dem sardischen Santa Teresa verkehrende 'Ichnusa', ist in punkto Sicherheit wesentlich verbessert worden.

Absoluter Testsieger wurde die 'Prinsesse Ragnhild', die auf der Route Kiel - Oslo verkehrt. Auf dem Fährschiff brach noch im Juli letzten Jahres ein Feuer im Maschinenraum aus. 1.160 Passagiere wurden sicher von Bord gebracht. Die Notfalleinrichtungen und die Zusammenarbeit der Mannschaft funktionierten einwandfrei. Inzwischen wurde das Schiff in Hamburg generalüberholt und ist jetzt mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet.

Die schlechteste Fähre 'Pride of Rathlin' von P & O European Ferries verkehrt zwischen Larne in Nordirland und Cairnryan in Schottland. Auf diesem Schiff, das zum Verkauf ansteht, entdeckten die Tester unter anderem in ihren Kojen schlafende Lkw-Fahrer, vergammelte Sprinklerdüsen und unsichere Zugänge für Passagiere zum Schiff. Außerdem fehlten moderne Sicherheitseinrichtungen wie Evakuierungsrutschen, schnelle Rettungsboote und Stabilitätsvorkehrungen. Die beiden weiteren mangelhaften Nordseefähren verkehren zwischen Dover und Calais ('Seafrance Monet') sowie zwischen Southampton und Cherbourg ('Pride of Hampshire').

Besonderes Augenmerk legten die ADAC-Tester auch auf die Sicherheitsinformationen für Passagiere sowie den Zustand von Brandschutzeinrichtungen und Rettungsmitteln. Sie nahmen außerdem die Funkausrüstung unter die Lupe und überprüften, wie auf den einzelnen Schiffen die Mannschaft für den Notfall ausgebildet ist. In der ersten Testphase reisten die Teams unangemeldet als Touristen mit. Später meldeten sie sich beim Kapitän, um die Mängel zu besprechen, Irrtümer auszuschließen und die Papiere einzusehen.

Die unabhängigen Tester Jens-Peter Hoffmann von den Vereidigten Nautischen Sachverständigen aus Hamburg, Bart Desmet vom Handelsgericht in Antwerpen (Belgien) und Rob Smits von IMCS aus Ridderkerk (Niederlande) nahmen erneut sogenannte Roll-on-Roll-off-Passagierfähren (RoRo) unter die Lupe. Bei diesen Fähren können Autos, Lkw und Busse vorn und/oder hinten durch Bug- und/oder Heckklappen hinein- und hinausfahren. 24 der getesteten Schiffe waren Fähren herkömmlicher Bauart, bei den zwei anderen handelte es sich um Hochgeschwindigkeits-Katamarane.

Getestet wurde nach den EU-weit geltenden Regelungen und den Kriterien der Internationalen Seerechtskonvention SOLAS (Safety of Life at Sea). Modernste Sicherheitstechnik, wie sie in den neuesten innerhalb Europas geltenden Regelungen beschrieben ist, konnte zu hundert Prozent nur der Testsieger vorweisen. Deshalb fordert der ADAC erneut alle Reeder auf, in die Sicherheit ihrer Schiffe zu investieren und Ausrüstungen wie auch das Notfall-Know-how der Mannschaften auf den neuesten Stand zu bringen.

Zusammenfassung: Fährentest 2000
Sicherheitstipps für Fährenpassagiere


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Der ADAC hat 26 Fähren getestet

 

 

 


ADAC-Infogramm: Testergebnisse