Übersicht | Tipps

Marderschäden –  Beißwut kostet die Autofahrer Millionen

ADAC: So schützt man sein Auto

München, 8. Mai 2000 –
Weit mehr als 10.000 Pannen, die die Gelben Engel des ADAC im vergangenen Jahr bundesweit registrierten, gehen auf das Konto des Marders. Doch dürfte es sich nach Ansicht des Automobilclubs dabei nur um die viel zitierte Spitze des Eisbergs handeln. Viele Schäden, die die possierlichen kleinen Tiere anrichten, werden oft gar nicht als solche erkannt, oder führen, wie beispielsweise durchgebissene Achsmanschetten, erst viel später zu kostspieligen Reparaturen. Beliebte Ziele der Spiel- und Beißwut der nur etwa 50 cm langen Tiere sind Zündkabel, Elektroleitungen, Wasserschläuche und Achsmanschetten. Kurz, alles was im Motorraum weich und knetbar ist. Es gibt jedoch ein paar Kniffe, die vor den kostspieligen Nebenwirkungen der scharfen Raubtierzähne schützen sollen, so der ADAC.

Als sehr wirkungsvoll gegen Marderbisse haben sich Schutzgeräte erwiesen, die nach dem Weidezaunprinzip funktionieren. Hier wird der Marder gezielt durch harmlose Stromschläge von den gefährdeten Bauteilen fern gehalten. Ultraschallgeräte zur Marderabwehr sollten mit wechselnder Frequenz und einem Schalldruck von mindestens 100 (dBA) arbeiten. Duftstoffe, wie sie in Anti-Marder-Sprays enthalten sind, helfen gegen Marder nur bedingt. Weil sie bei Fahrten auf regennassen Straßen vom Spritzwasser weggewaschen werden oder mit der Zeit ganz einfach verduften, muss die Behandlung regelmäßig wiederholt werden.

In Gebieten mit starkem Marderbestand sollte man, wenn möglich, nachts in einer Garage oder wenigstens an einer belebten Straße parken. Besonders riskant ist es, das Fahrzeug zu später Stunde an einem ruhigen Platz abzustellen. Vor allem in den kühleren Nächten des Frühjahrs und im Herbst bietet der noch warme Motorraum dem Marder einen angenehmen Rastplatz. Garagenbesitzer sollten dafür sorgen, dass das Garagentor nicht längere Zeit offen steht, vor allem dann nicht, wenn die Garage geeignete Verstecke bietet.

Hat der Marder zugeschlagen, muss man nicht nur den Schaden beheben lassen, sondern auch den gesamten Motorraum einer gründlichen Reinigung unterziehen, um Futterreste und Duftmarken des ungebetenen Gastes zu entfernen. Außerdem empfiehlt es sich, die Problembereiche am Fahrzeug von Zeit zu Zeit zusätzlich zur regelmäßigen Werkstattinspektion zu kontrollieren.

Viele Autofahrer schwören beim Umgang mit dem Marder auf spezielle Hausmittel, wie etwa Alufolie oder Maschendraht unter dem Auto, Wecker oder Haarbüschel von Jagdhunden im Motorraum. Auf solche Tricks kann man sich nach Meinung des ADAC nicht verlassen. Entweder gewöhnen sich die Tiere mit der Zeit daran oder der Umgang mit diesen Abwehrmitteln ist so kompliziert und zeitaufwendig, dass eine regelmäßige Anwendung nicht in Frage kommt.

Einige Versicherungsgesellschaften decken im Teilkaskobereich Marderschäden ab. Dies ist aber in den meisten Fällen für den Autofahrer nur dann von Vorteil, wenn er die Teilkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abschließt. Doch auch dann werden in der Regel nur die direkten Schäden bezahlt, die der Marder verursacht hat, wie etwa neue Zündkabel. Ein weitergehender Motorschaden geht zu Lasten des Marderopfers.


Zurück

 


Knabberspaß: Marder mögen alles, was weich und knetbar ist (Foto: BMW)

 

 


Rastplatz und Wärmestube in Einem: Marder im Motorraum (Foto: BMW)