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ADAC-Werkstatt-Test 2000

Vorsicht Etikettenschwindel

München, 7. Februar 2000 – Teurer Pfusch, Fehldiagnosen und unnötig ausgetauschte Teile stehen in zu vielen deutschen Autowerkstätten auf der Tagesordnung. Dieses ernüchternde Ergebnis brachte der jüngste ADAC-Werkstatt-Test. Nur die Hälfte von 43 bundesweit untersuchten Kfz-Betrieben konnte die einfache Aufgabe, eine Abgasuntersuchung (AU), einwandfrei erfüllen. Gleich vier Renault- und eine Audi-Werkstatt wollten ihr Versagen durch Etikettenschwindel kaschieren. Sie bescheinigten - kostenpflichtig - eine bestandene AU, obwohl sie einen extra eingebauten Fehler gar nicht behoben hatten.

Mit sieben präparierten Fahrzeugen der Marken Audi, BMW, Ford, Mazda, Mercedes, Opel und Renault nahmen ADAC-Tester die Werkstätten unter die Lupe. Doch keine einzige dieser Marken blieb ohne Mängel. Vor Testbeginn wurden alle Fahrzeuge in einen technisch einwandfreien Zustand gebracht, Zündkerzen, Luftfilter-Einsätze, Motoröl und -filter gewechselt und die Auspuffanlagen auf Dichtheit geprüft. Außerdem führte der ADAC selbst eine Abgasuntersuchung durch, korrigierte vorhandene Mängel und löschte den Fehlerspeicher der Elektronik. Dann der gleiche Job für alle Kandidaten: Eine Abgasuntersuchung mit einer einzigen Hürde, einem defekten Motortemperatur-Fühler. Das manipulierte Teil sorgte für unzulässig hohe Abgas-Emissionen.

Neben der Fehlerdiagnose und der Arbeitsqualität erhielt auch der Kundenservice eine Bewertung. Im Gegensatz zur Arbeitsqualität waren die meisten Werkstätten hier gut. Als Spitzenreiter in Sachen Kundenbehandlung hob sich Mercedes positiv ab.

Aufgelistet wurden schließlich auch die Kosten für unnötig gewechselte Teile und der Gesamtpreis der Reparatur. Hier gab es den schlimmsten Ausreißer bei einer Opel-Werkstatt, die für 1548,77 Mark einen völlig intakten Katalysator und die Lambdasonde austauschte.


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