|
ADAC-Tunneltest 2001
München, 11. Mai 2001 – International verbindliche Mindeststandards für die Sicherheit von Straßentunneln hat der ADAC kürzlich gefordert. Noch immer gelten in fast jedem EU-Land unterschiedliche nationale Richtlinien, so die Kritik des Automobil-Clubs. Daraus resultierende Sicherheitslücken prägen das Bild in Europas Straßentunneln, wie das Ergebnis des diesjährigen ADAC-Tunneltests erneut gezeigt hat. Von 16 getesteten Tunneln in sieben Ländern erhielten lediglich zwei die Bestnote "sehr gut", nur drei waren "gut". Sieben mit "ausreichend" bewertete Tunnel bestimmten ein breites Mittelfeld. Dreimal musste das Urteil "bedenklich" vergeben werden, einmal sogar "mangelhaft".
Einer der Hauptmängel: Die Hälfte der getesteten Tunnel war einröhrig, wiederum die Hälfte davon hatte keine Fluchtwege. Vorhandene Fluchtausgänge waren häufig zu weit voneinander entfernt. Auch in diesem Jahr hatten die Tester größte Probleme mit italienischen Tunnelbetreibern: Bei sieben Tunneln ersuchte der ADAC um eine Testerlaubnis, nur für den nagelneuen Morgex-Tunnel bekam er sie auch.
Testsieger wurde mit 95,7 Prozent der möglichen Punktzahl ("sehr gut") der im Mai 2000 fertig gestellte Farchant-Tunnel bei Garmisch-Partenkirchen. Ihm dicht auf den Fersen folgte der Tunnel Kaisermühlen (93 Prozent, "sehr gut") in Wien. Enttäuschung pur beim längsten und einem der neuesten Straßentunnel der Welt: Der vor einem knappen halben Jahr eröffnete 24,5 Kilometer lange Lærdal-Tunnel (Norwegen) landete mit 67,1 Prozent der Maximalpunktzahl und der Note "bedenklich" auf dem drittletzten Rang. Der Testverlierer lag in Spanien: Mit 41,8 Prozent und "mangelhaft" fiel der Tunnel Monrepos (bei Saragossa) glatt durch. Hier gab es weder Pannenbuchten noch Standstreifen, keine Sicherheitselektronik und auch keine ordentlichen Brandschutzeinrichtungen.
Testverfahren und Bewertung
So wurde getestet: Ein unabhängiges Expertenteam hat in Zusammenarbeit mit dem ADAC eine Checkliste mit objektiven Bewertungskriterien entwickelt. Die Tester waren unterwegs in Dänemark (ein Tunnel), Deutschland (drei), Italien (einer), Norwegen (einer), Österreich (vier), der Schweiz (drei) und Spanien (drei). Dort überprüften sie die bauliche Gestaltung, alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen, Überwachungs-, Branderkennungs-, Brandschutztechnik sowie das Krisenmanagement einschließlich der Effektivität der Feuerwehren.
Zusammenfassung
Testsieger mit 95,7 Prozent der möglichen Punkte ("sehr gut") wurde der Farchant-Tunnel bei Garmisch-Partenkirchen dicht gefolgt von dem Tunnel Kaisermühlen (93 Prozent und ebenfalls "sehr gut") in Wien. Der Testverlierer liegt in Spanien: Mit 41,8 Prozent schnitt der Tunnel Monrepos ("mangelhaft") am schlechtesten ab. Drei Tunnel wurden mit "gut" bewertet, drei mit "bedenklich". In der Wertung am stärksten vertreten ist die sieben Mal vergebene Note "ausreichend".
Übersicht der Bewertungen für die getesteten Tunnel:
Ganzstein (bedenklich), Österreich/ Steiermark, bei Mürzzuschlag
Kaisermühlen (sehr gut), Österreich, Stadttunnel in Wien
Landeck (gut), Österreich/ Tirol, bei Landeck
Tanzenberg (ausreichend), Österreich/ Steiermark bei Bruck an der Mur
Großer St. Bernhard, Zweiter Test (ausreichend), Schweiz/ Italien
Kerenzerberg (ausreichend), Schweiz, bei Weesen
Sonnenberg (gut), Schweiz, Stadttunnel in Luzern
Farchant, Testsieger (sehr gut), Deutschland/ Bayern
Heslach (ausreichend), Deutschland/ Baden-Württemberg, Stadttunnel in
Stuttgart
Saukopf (ausreichend), Deutschland/ Baden-Württemberg, bei Weinheim
Øresund (gut), Von Kopenhagen/ Dänemark nach Malmö/Schweden
Guadarrama (bedenklich), Spanien, bei Guadarrama
El Negron (ausreichend), Spanien, A 66 León-Oviedo
Monrepos, Testverlierer (mangelhaft), Spanien, N 330 Huesca - Sabiñánigo
Morgex (ausreichend), Italien/ Aostatal, bei Morgex
Lærdal (bedenklich), Norwegen bei Lærdal
Zurück
|

Testsieger: Farchant-Tunnel bei
Garmisch-Partenkirchen

Testverlierer: Tunnel Monrepos
bei Saragossa in Spanien
|