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Sprit sparen: So sehen Sie Ihren Tankwart seltener

Bei bewusstem Fahrstil wird der Verbrauch deutlich gesenkt

München, 27. April 2001 – Die Kraftstoffpreise klettern in Schwindel erregende Höhen. Doch wer mit dem Gaspedal richtig umgeht, kann eine Menge Kraftstoff sparen und so die Folgen der Spritpreiserhöhungen abmildern. Mit den Spar-Tipps vom ADAC schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern mildern gleichzeitig die Belastungen für die Umwelt

Vorausschauend fahren
Wer mit wenig Gas losfährt, rasch hochschaltet und dann mit niedriger Drehzahl die Geschwindigkeit hält, muss nicht so oft die Zapfsäule ansteuern. Sie sollten also beim Anlassen kein Gas geben und nach dem Anfahren sofort in den zweiten Gang schalten. Beschleunigen Sie mit drei Viertel Gas zügig und schalten Sie frühzeitig hoch. Nicht zurück schalten solange der Motor noch ohne Ruckeln Gas annimmt. Ganz wichtig: Vorausschauend fahren und unnötiges Bremsen vermeiden. Jeder Tritt auf das Bremspedal vernichtet Energie, die beim Beschleunigen wieder teuer bezahlt werden muss. Vorausschauend fahren heißt: mehr Abstand halten und nicht nur den Vordermann im Visier haben. Nur so kann man sich beim Bremsen und Gasgeben optimal dem Verkehrsfluss anpassen. 

Entrümpelungsaktion
Je schwerer das Auto ist, desto mehr Sprit wird durch den Auspuff gejagt. Entrümpelung ist angesagt. Der Kofferraum ist kein Lagerplatz für Reiseutensilien, Getränkekästen oder nicht gebrauchtes Autozubehör. Eine Zuladung von 100 Kilogramm ergibt einen durchschnittlichen Mehrverbrauch von zusätzlich 0,2 bis 0,6 Litern Kraftstoff. 

Langsam mit gedecktem Dach
Noch mehr wirkt sich aus, was die Aerodynamik des Autos stört. Ski- oder Fahrradständer, Dachboxen und Dachgepäckträger können den Spritverbrauch um die Hälfte erhöhen. Diese Dachlast sollten Sie also abmontieren. Wer natürlich in den Urlaub fährt, kann auf die Dachlast oft nicht verzichten. Aber Achtung: je schneller man unterwegs ist, um so stärker steigt der Verbrauch. Es ist angeraten, mit Dachgepäckträger nicht schneller als Tempo 130 zu fahren.

Motor aus im Stau
Ein Mittelklassewagen verbraucht direkt nach dem Start umgerechnet etwa 40 Liter pro 100 Kilometer. Nach etwa einem Kilometer sinkt der Verbrauch auf 20 Liter, erst nach vier Kilometern stellen sich die normalen Werte ein. Also Kurzstrecken vermeiden, etwas besser planen und notwendige Fahrten zusammenlegen. Strecken im absoluten Nahbereich zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen - das tut auch Ihrer Gesundheit gut und ist mit Sicherheit die kraftstoffsparendste Alternative. 

An Bahnschranken, vor Ampeln oder im Stau ist es empfehlenswert, den Motor auszuschalten. Das lohnt sich bei warmgelaufenem Motor schon bei Wartezeiten weit unter einer Minute. Doch aufgepasst: Wird der Motor erst wieder in Gang gesetzt, wenn der Vordermann schon unterwegs ist, bilden sich unnötig Staus, die unterm Strich noch mehr Kraftstoff kosten.

Wer leicht schmiert...
Wer die Hilfe der Technik in Anspruch nimmt, kann ganz einfach seine Benzinkosten herunterschrauben: Statt herkömmliche Mineralöle können Sie so genannte Leichtlauföle verwenden. Die sind zwar teurer, aber bringen vor allem im innerstädtischen Kurzstreckenverkehr bis zu sechs Prozent Kraftstoffersparnis. Beim Reifenkauf ist auf Pneus mit niedrigem Rollwiderstand zu achten. Die ADAC-Reifentests haben gezeigt, dass der Verbrauchsunterschied zwischen Reifen mit hohem und niedrigem Rollwiederstand noch einmal bis zu sechs Prozent beträgt. Außerdem muss der Reifendruck stimmen. Wer ständig mit zu wenig Luft unterwegs ist, wird mit einer höheren Tankrechnung bestraft.

Spritspargeräte sind sinnlos
Was man nicht braucht, sind Wundermittel, die in der Werbung großartig angepriesen werden und die angeblich erhebliche Mengen Sprit einsparen. Tests dieser Produkte ergaben, dass sie viel kosten und wenig bringen. Besser ist es, den Motor seines Autos regelmäßig warten zu lassen.

Teure Temperatur
Viele Dinge wie etwa Klima- und Stereoanlage oder eine Standheizung machen das Autofahren angenehmer, verbrauchen aber zusätzliche Energie und damit Sprit. Je nach Motorkonstruktion, Kühlleistung und Fahrzeugeinsatz muss man vollklimatisiert einen Mehrverbrauch von 0,3 bis 0,7 Liter pro Stunde einplanen. Standheizungen verbrauchen in der gleichen Zeit etwa einen Viertelliter. 

Disco-Sound frisst Sprit
Nichts gegen Musik im Auto, aber grob gerechnet braucht man einen Zehntelliter mehr an Kraftstoff, um im Fahrzeug 120 Watt elektrische Leistung zu erzeugen. Musikfans, die ihre Vierkanal-Hifi-Anlage zwischen München und Frankfurt aufdrehen, zahlen dafür rund zwei Mark an der Tankstelle. Vielleicht geht's ja auch ein bisschen leiser.

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Wer bewusst fährt, muss seltener einen Tankstopp einlegen